Mykologie in Afrika
Z_Myc
Von 03/2025 bis 12/2025Projektleiter: Gerhard Rambold, Tonjock Rosemary Kinge
Afrika beherbergt eine außergewöhnliche biologische Vielfalt sowie reichhaltige traditionelle Wissenssysteme – viele davon sind bislang kaum wissenschaftlich dokumentiert. Unsere Arbeitsgruppe engagiert sich aktiv dafür, diese Lücken zu schließen, indem wir sowohl traditionelles Wissen erfassen als auch ökologische Wechselwirkungen analysieren. Im Rahmen eines aktuellen Projekts wurde die Datenbank EthnoMycAfrica entwickelt – ein frei zugängliches digitales Archiv mit über 1.350 Einträgen zu traditionellen Anwendungen von Pilzen und Flechten in Afrika. Die Datenbank dokumentiert vielfältige Nutzungen in Ernährung, Medizin, Ritualen und Ökologie und stellt somit eine wertvolle Ressource für Forschung, Bildung und Naturschutz dar. Ein weiteres Projekt widmet sich den biotischen Interaktionen afrikanischer Misteln, parasitischen Pflanzen mit zentraler ökologischer Bedeutung in Savannen- und Waldökosystemen. Die Studie zeigt, dass Misteln nicht nur Konsumenten (als Halbschmarotzer), sondern zugleich wichtige Ressourcen für Bestäuber, Samenverbreiter, Herbivore und endophytische Mikroorganismen sind. Ihr Verständnis ist entscheidend für das ökologische Gleichgewicht und gezielte Schutzmaßnahmen. Diese beiden Projekte verdeutlichen unseren integrativen Forschungsansatz zur Erfassung, Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen und kulturellen Vielfalt Afrikas – an der Schnittstelle von Ethnobiologie, Systematik und Ökologie.
Publikationsliste dieses Projekts
Kinge, TR; Jefwa, JM; Houdanon, RD; Milenge, HK; Abdel-Azeem, AM; Gryzenhout, M; Triebel, D; Weibulat, T; Rambold, G: Management and publication of scientific data on traditional mycological and lichenological knowledge in Africa, Lichenologist, 55(5), 169-179 (2023), doi:10.1017/S0024282923000294 |
Krasylenko, Y; Kinge, TR; Sosnovsky, Y; Atamas, N; Tofel, KH; Horielov, O; Rambold, G: Consuming and consumed: Biotic interactions of African mistletoes across different trophic levels, Biotropica, 54(4), 1103–1119 (2022), doi:10.1111/btp.13130 PDF -- Details |