Genotypic diversity, plant selectivity and community composition of sooty mould symptom forming fungi in a Mata Atlântica relict rainforest (DFG RA 731/15-1) Die Zusammenarbeit von Fabienne Flessa und Gerhard Rambold lieferte wertvolle Beiträge zur Erforschung epiphytischer Pilzgemeinschaften in unterschiedlichen Ökosystemen, insbesondere in der brasilianischen Mata Atlântica. In einer vergleichenden Studie mit Proben aus dem atlantischen Regenwald Brasiliens und Mitteleuropa wurden die Zusammensetzung und Diversität sogenannter „Sooty Mould“-Gemeinschaften analysiert. Dabei zeigte sich, dass die Proben aus der Mata Atlântica eine deutlich höhere Artenvielfalt aufwiesen und zahlreiche bislang nicht beschriebene Arten enthielten. Gleichzeitig konnten regionalspezifische Artengemeinschaften identifiziert werden, was auf die ausgeprägte Rolle lokaler Umweltbedingungen bei der Ausbildung solcher epiphytischer Mikrohabitate hinweist.
Diese Forschung wurde durch frühere Studien ergänzt, die sich auf mitteleuropäische Standorte konzentrierten. So untersuchten Flessa und Rambold beispielsweise die Pilzgemeinschaften auf Rhododendron ferrugineum in alpinen Regionen, wobei eine Dominanz von Capnocheirides rhododendri festgestellt wurde. Die Ergebnisse wiesen auf eine hohe Spezifität der phyllosphärischen Pilze im Zusammenhang mit bestimmten Wirtsstrukturen hin.
In einer weiteren Studie analysierten sie, wie die jährliche Blattabwurfphase von Laubbäumen in Mitteleuropa die Entwicklung epiphytischer pigmentierter Pilze beeinflusst. Die Ergebnisse zeigten, dass die begrenzte Lebensdauer der Blätter die Ausbildung stabiler Pilzgemeinschaften hemmt und somit auch deren Diversität beeinflusst.
Zusammen liefern diese Arbeiten ein umfassendes Bild darüber, wie klimatische, geografische und wirtsspezifische Faktoren die Struktur epiphytischer Pilzgemeinschaften prägen – mit der Mata Atlântica als Hotspot außergewöhnlicher mykologischer Diversität.
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Diversität epifoliarer pigmentierter Pilze auf Rhododendron (Z_Myk_2010-05) Flessa und Rambold zeigten, dass sich Rußtaupilze auf Rhododendron ferrugineum je nach Blattalter unterscheiden – vermutlich beeinflusst durch drüsige Sekrete. Die Studie betont den Einfluss pflanzenphysiologischer Faktoren auf die Pilzgemeinschaften.
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Studien zur Vergesellschaftung epifoliarer pigmentierter Pilze mit Schwerpunkt in Oberfranken (Z_Myk_2006-02) In der Studie von Flessa und Rambold wurden die Pilzgemeinschaften auf Laubbäumen um Bayreuth mit denen auf immergrünen Pflanzen verglichen. Es zeigte sich keine Präferenz der Pilze für bestimmte Wirtspflanzen, jedoch unterschied sich die Gemeinschaftsstruktur signifikant zwischen einjährigen und mehrjährigen Blättern, was darauf hindeutet, dass die Pilzgemeinschaft auf Laubblättern eine frühe Phase der selben Gemeinschaft auf immergrünen Pflanzen darstellt.
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